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Willi Wottreng

Jenische Reise

 
«Die »Jenische Reise« vereinigt in sich, was mich als Leser oder Sie als Leser nach der Lektüre eines Buches reicher und bereicherter herauskommen lässt, als wir es vor der Lektüre gewesen waren. Willi Wottreng malt in prachtvollen Episoden die Reise der bald tausendjährigen Anna von Lothringen nach Ungarn, über Antwerpen bis nach Thessaloniki und tief in die Schweizer Alpentäler hinein. Erstaunlicherweise reicht Annas Erinnerung durch viele Jahrhunderte: Byzanz, Ritterzeit, Dreissigjähriger Krieg bis hin zu Zwangsansiedlung und Naziterror. Sie erlebt jede Epoche, ist Außenseiterin, Mutter und arm, aber frei. Anna ist eine Jenische. Im Volksmund und bei den Sesshaften despektierlich »Fahrende«, »Zigeuner« oder gar»Vaganten« geheißen. Anna ist eine Scheherazade der Jenischen und verzaubert uns beim Lesen. Willi Wottreng erzählt die jahrhundertealte Geschichte dieser wenig bekannten Minderheit, wie sie so noch nie erzählt wurde. Menschlich, heftig, humorvoll, hemdsärmlig und klug. Eine Hommage an die Menschen der Straße, die nie Eigentum hatten, in Armut lebten. »Jenische Reise« ist eine europäische Geschichte, erzählt Europas Geschichte von unten. »Jenische Reise« ist ein Liebelingsbuch, gleichzeitig aber auch ein Buch, dass alle, wirklich alle gelesen haben sollten.»